ISO 9001, SCC**, VCA**: Was diese Zertifizierungen tatsächlich für die Intralogistik-Montage bedeuten.
ISO 9001:2015 ist die Basis für Qualitätsmanagement. Es zertifiziert nicht die Qualität eines einzelnen Projekts, sondern dass die Organisation dokumentierte Qualitätsprozesse hat, diese regelmäßig auditieren lässt und nachweisen kann, dass sie eingehalten werden. Für die Installation bedeutet das: eine schriftliche Arbeitsanweisung vor Beginn, ein QC-Protokoll, das auf bestimmte Schichtstunden zurückverfolgbar ist, und eine Audit-Trail bei der Übergabe.
SCC** (Safety Certificate Contractors, Stufe 2) ist eine niederländisch-deutsche Arbeitsschutz-Zertifizierung mit starkem Fokus auf die Feldorganisation. Die zwei Sterne zeigen die Fähigkeit zur operativen Aufsicht über mehrere Teams gleichzeitig, nicht nur die Kompetenz einzelner Mitarbeiter. SCC** verlangt dokumentierte Sicherheitsunterweisungen, Beinahe-Unfallmeldungen und eine Verantwortlichkeitskette bis zur Projektleitung. Für Umbau im laufenden Betrieb ist SCC** der Unterschied zwischen einem Team, das um laufende Maschinen arbeiten kann, und einem, das es nicht kann.
VCA** (Veiligheid Checklist Aannemers) ist der parallele niederländisch-belgische Standard. Operativ ähnlich zu SCC**, aber mit stärkeren Anforderungen an das Subunternehmermanagement: Nachverfolgung von Unteraufträgen, Einweisungsprotokolle und Audit-Dokumentation, die das EHS-Team des Kunden zufriedenstellt. Wo Kunden eigene EHS-Audits durchführen, ist VCA** oft die Zugangsvoraussetzung zum Standort.
Zusammen decken ISO 9001:2015 + SCC** + VCA** Qualität, interne Sicherheitsaufsicht und Management von Auftragnehmern/Subunternehmern ab. Sie bilden die Basis der Feldorganisation. Das Fehlen einer Zertifizierung ist nicht zwangsläufig ein Ausschlusskriterium, bedeutet aber, dass das Betriebsteam des Kunden vor Ort zusätzliche Prüfungen durchführt, was die Mobilisierung um Tage verzögert.
Für Integratoren, die einen Installationspartner auswählen, lautet die richtige Frage nicht nur „Sind Sie zertifiziert?“. Sondern: Passen die Zertifizierungen zu den Anforderungen des Kundenstandorts, und kann der Partner aktuelle Auditberichte auf Abruf vorlegen? Ein Zertifikat an der Wand ist das eine. Ein aktueller Auditbericht mit Unterschrift des EHS-Beauftragten des Kunden ist etwas anderes.